Sonntag, 28. September 2014

La tarde en Manitos Trabajando

Haciendo las tareas con Sophia, Cristian, Jairo y Chaleb

Sacando Fotos con José, Nixó, Jairo, Sophia, Julia y Chaleb

Jairo y mis lentes

Sophia y mis lentes

José y mis lentes

El paseo al Mirador

Ninos jugando!

El rectángulo de la familia de Marah

La estrella de la familia de Marah

Donnerstag, 25. September 2014

Peruanisches Leben

Wie einige von euch bereits wissen, wohne ich mit drei anderen deutschen Freiwilligen in einer Wohnung, im betuchten Stadtteil Miraflores. Jeder hat sein eigenes Zimmer und außerdem gibt es zwei Bäder, eine Küche und eine Wohnstube mit Balkon. Mittlerweile haben wir uns ganz gut in der Wohnung eingerichtet und sind sehr zufrieden. Allerdings ist unsere Vermieterin manchmal etwas durch den Wind. Am Sonntag, den 21. September brachte sie uns die Stromrechnung, die bis zum 19. September zu zahlen war. So kam es dann auch, dass wir von Montagmorgen bis Montagabend keinen Strom hatten, weil die Stadtwerke ihn aus besagtem Grund abgedreht hatten. Unser Kühlschrank wurde unter diesen Umständen unfreiwillig abgetaut und wird ließen uns das Essen bei Kerzenschein schmecken. Außerdem weiß ich seitdem den Gasherd sehr zu schätzen.

Trotz dieser Unannehmlichkeit, die unsere Vermieterin uns beschaffte, ist sie sehr nett und herzlich. Am Mittwoch war nur in der Region Piura ein Feiertag zu ehren der Jungfrau Mercedes. Viele Menschen sind deswegen bis nach Paita an die Pazifikküste gepilgert um der Jungfrau in der dortigen Kathedrale zu gedenken. Ich war jedoch in der Wohnung und durfte peruanische Handwerker bei der Arbeit beaufsichtigen. Vater und Sohn kamen mit jeweils einem kleinen Rucksack und im Fußballtrikot an und schauten sich zuerst in der Wohnung alle Lampen und Sanitäreinrichtungen an und überprüften sie. Neben dem Glühlampenwechsel auf dem Balkon wurde dann auch ein Leitungswechsel am Waschbecken auf die To-Do-List gesetzt. Dann verschwanden die Herren wieder und sagten sie setzten sich mit der Vermieterin in Kontakt. Nach einer halben Stunden standen sie dann zu dritt vor der Tür. Jetzt wurden die geplanten Reparaturen der Vermieterin erklärt. Schließlich gingen Vater und Vermieterin die benötigten Dinge einkaufen. Der Sohn fragte mich nach Lappen und Besen und fing an unseren Balkon und unsere Wohnstube von der Decke bis zum Boden zu säubern. Er meinte, dass er nicht sinnlos warten will. Da ich ihm nun die ganze Zeit bei der Arbeit zuschaute, fing ich an mich mit ihm über Gott und die Fußballweltmeisterschaft zu unterhalten bis alles sauber war und die Einkäufe getätigt waren. Die eigentliche Reparatur dauerte dann nur rund 15 Minuten. Immerhin haben wir jetzt einen Wasserhahn, der nicht mehr wackelt und eine funktionierende Balkonbeleuchtung.
Neben diesen privaten Erlebnissen gibt es natürlich auch Neuigkeiten von der Arbeit. Am vergangenen Samstag nahm ich nicht an der Fahrt nach La Tortuga teil, sondern begleitete die Familien der Kinder von Carolas Klasse bei einem Ausflug zum Freizeitpark "El Mirador". Mit fünf Kombis à 40 Personen fuhren die Familien, die Betreuer und ich zu dem 15 Minuten entfernten Paradies mit Schwimmbad, Tanzfläche, Restaurant und Spielmöglichkeiten. Wir teilten uns in Gruppen auf um dann mit den Familien Spiele zur Förderung des Familienzusammenhalts durchzuführen. Beim ersten Spiel mussten alle Familienmitglieder mit ihren Körpern einen Gegenstand darstellen: Mototaxis, Sterne, Bäume etc. Dann wurden alle dazu aufgerufen jedem Mitglied der Familie seine guten Eigenschaften aufzuschreiben und dann alle Zettel gemeinsam auf ein Plakat zu kleben. Die meisten Familien erledigten dies mit großer Sorgfalt und so entstanden schöne Poster. Es folgte eine musikalische Darbietung der Kinder und ein reichhaltiges Mittagessen. Trotzdem mein Bauch so abgefüllt war beschloss ich mir den Spaß im Schwimmbecken nicht entgehen zu lassen. Alles in allem ein schöner gelungener Ausflug. Es hat mich sehr gefreut ihn zu begleiten, auch wenn manchmal das Übermaß an Aufmerksamkeit wegen meines Aussehens anstrengend war.
Bis demnächst eure Anna!

Donnerstag, 18. September 2014

La Tortuga

En la Playa Roja

Un lobo de mar - Ein Seelöwe

La Playa Roja

La Sandia, El Pollo, El Bombero y El Tallarín

Damit ihr keinen Google-Übersetzer benutzen müsst und euch dann wundert, dass der Titel komisch ist, gibt es hier gleich die Übersetzung: Die Wassermelone, Das Huhn, Der Feuerwehrmann und die Bandnudel. Und die Erläuterung: Dies sind die Titel der spanischen Kinderlieder, die ich bis jetzt gelernt habe. Von jedem dieser Kinderlieder kann man einen wunderbaren Ohrwurm bekommen. Aber es macht immer wieder Spaß sie mit den Kinder zu singen und die Bewegung mitzumachen.

Außer Kinderliedern lernte bzw. wiederholte ich schriftliches addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren auf peruanische Art und Weise. Es hat seine Zeit gebraucht bis ich wusste wo das Ergebnis der Division zu finden ist. Das kleine Ein-Mal-Eins sitzt jetzt wieder perfekt. Auch die Schreibschrift, wie in der Grundschule gelernt, übe ich fleißig, da ich den Kindern die Buchstaben immer an die Tafel zeichne und außerdem auf Papier, damit die Kinder sie mit Knete nachformen. Des Weiteren praktiziere ich täglich Gehirnjogging, in dem ich mir die Namen der Kinder versuche zu merken und sie dann auf die Schnelle auch aufsagen kann.

Eine Person, die ich in zwischen sehr lieb gewonnen habe, ist Carola, die Lehrerin der "Kleinen" bei "Manitos Trabajando". Wir reden oft miteinander über die Kinder. Sie schenkt mir auch ihr Vertrauen im Bezug auf die Kinder. Meist gibt sie mir in der Zeit, in der die Kinder duschen, Aufgaben zum Ordnen und Verschönern des Klassenzimmers. Es gibt einfach immer viel zum Arbeiten und dass gibt mir auch das Gefühl gebraucht zu werden. Sie bedankt sich auch immer total herzlich bei mir.

In dieser Woche gab es dann noch zwei besondere Veranstaltungen bei "Manitos Trabajando": Am letzten Freitag fand für alle Mitarbeiter von CANAT ein neunstündiger Workshop zum Thema "Weibliche und Männliche Identität" statt. Auch wenn dieses Themengebiet mittlerweile in Deutschland sehr nervig und beinahe penetrant geworden ist, war es dennoch spannend die peruanische Sichtweise zu erfahren. Das die meisten Frauen für Küche, Kinder und Haushalt zuständig sind, früh schwanger werden und schwerer Zugang zu Bildung erhalten wurde beim Workshop als gängige Realität beschrieben. Auch der allgegenwärtige "Machismo" war ein großes Thema. Nach fünf Stunden schwand meine Konzentration dann sehr drastisch.
Die zweite Veranstaltung war am heutigen Tag. Es handelte sich um eine Nachmittagsveranstaltung für die Eltern von Carolas Klasse. Sie wurden wie ihre Kinder über die Wichtigkeit des Ausweises und der Krankenversicherung unterrichtet. Außerdem konnten sie sich für einen Ausflug in einen Freizeitpark  mit ihren Kindern an diesem Samstag eintragen.  Auch ich werde ausnahmsweise diesen Samstag den Ausflug begleiten und nicht nach La Tortuga fahren. Es ist schön nun auch einige Eltern der Kinder zu kennen, so erfahre ich mehr über ihre Herkunft und ihre Lebensumstände.

In meiner Freizeit trainiere ich fleißig meinen Becken und meinen Oberkörper zu den Salsarhythmen zu schwingen. Irgendwie ist mein Körper dazu aber nicht in der Lage.

Also dann bis zum nächsten Donnerstag!

Donnerstag, 11. September 2014

Spanisches Dauerschleifenlied

Marc Anthony: "Vivir mi Vida"

http://www.youtube.com/watch?v=YXnjy5YlDwk

Mein Stundenplan


Nachdem ich bis Montag noch mit dem Erkunden von allen CANAT-Projekten beschäftigt war, habe ich seit Diensttag einen festen Arbeitsplan bis zu den Ende Dezember beginnenden Sommerferien.

Bevor ich mich dem Stundenplan widme, gehe ich noch auf das dritte CANAT-Projekt ein: "Manitos Creciendo" (Wachsende Händchen"). Eigentlich handelt es sich bei diesem Projekt nicht mehr um Händchen, sondern vielmehr um Hände. Denn in diesem Projekt lernen Jugendliche ab dem Alter von 15 Jahren einen Beruf. CANAT bietet entweder eine Ausbildung zum Koch, zum Schneider oder zum Friseur/Kosmetiker an. Für zwei Stunden blieb ich dann im Friseursalon als Modell sitzen. Mir wurden die Haare gewaschen und anschließend mit Conditioner fein säuberlich Strähne für Strähne eingepinselt. Anschließend bekam ich dann noch zwei Zöpfe geflochten. Zwischendurch musste ich einen ellenlangen Fragekatalog beantworten: von "Wie alt bist du?" bis "Hast du einen Freund?" war alles dabei. Schade nur, dass ich keine langen Haare mehr habe, denn die Mädchen steckten sich gegenseitig wunderschöne Duttfrisuren.

Seitdem ich in der letzten Woche schon einen guten Überblick über die Projekte gewonnen habe, wurde mir klar, dass ich am liebsten die meiste Zeit mit den Kinder von "Manitos Trabajando" verbringen möchte. Außerdem bat mich die Lehrerin meiner bisherigen Klasse ausdrücklich um Hilfe, besonders bei der Nachmittagsbetreuung. Da die anderen vier deutschen Freiwilligen die Arbeit in den "Ludotecas" bevorzugten, konnten wir uns schnell einigen. Ich verbringe nun jede Woche drei Nachmittage und zwei Vormittage bei den jüngsten von "Manitos Trabajando". Mit ungefähr sechs Kindern, die besondere Unterstützung beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder Konzentrieren brauchen, arbeite ich dann in der Bibliothek an Extraaufgaben. Einmal pro Woche gehe ich außerdem in die große "Ludoteca" von Los Ángeles.

Zusätzlich nehme ich ab jetzt immer noch an den zwei Besprechungen pro Woche von "Manitos Trabajando" teil. Dort wird über die Kinder gesprochen, die in letzter Zeit durch häufiges Fehlen oder ungewöhnliches Verhalten aufgefallen sind. Eine Koordinatorin organisiert dann entweder einen Hausbesuch um mit der Familie zu reden oder einen Psychologen für eine Sitzung.

 Ein Teil des letzten Eintrags handelte auch von der Ludoteca in La Tortuga, meinem regelmäßigen Pendelziel am Samstag. Ebenso wie dieses Projekt, gehört auch der sonntägliche Besuch einer Psychiatrie eigentlich nicht zum Programm von CANAT. Was mich dennoch mit diesen beiden Aktivitäten verbindet, ist die Chefin von CANAT, Gabriela Rentería. Ein herzliche, offene und bewundernswerte Frau, die sich unglaublich viel in Piura und Umgebung engagiert. Sie lud uns ein am letzten Sonntag mit in die Psychiatrie zu kommen. Sie stattet den Damen und Herren dort jeden Sonntag einen zweistündigen Besuch am Nachmittag ab und erzählte uns, dass es sehr lustig ist und sie ihren Hund immer mitnimmt. Wir willigten ein. Ich muss gestehen im ersten Moment etwas leichtsinnig. Es kamen dann später die Zweifel und Fragen: Wie gehe ich mit den Menschen um? Was machen wir eigentlich mit den Leuten? Vorbereitet fühlte ich mich nicht gerade. Dort stellte ich dann fest, dass alles ganz locker und lustig zugeht. Jeder darf einmal laut singen und auch gern schief. Alle bekommen Kekse und Saft. Und der Hund darf bespaßt werden: Ketten umhängen, Hüte aufsetzen und mit Wasser kalt abduschen. Es geht einfach nur um ein offenes Auge und Ohr für die Menschen.

 Mit Sand an den Füßen, einem spanischen Liebeslied im Ohr, einem Haufen Früchte im Magen, Schlafsand in den Augen und der Hoffnung morgen früh weder von den Hunden unter uns noch von den Rufen des Gemüsemanns geweckt zu werden, verabschiede ich mich von euch.

 

Donnerstag, 4. September 2014

La Tortuga



Erste Eindrücke aus dem hohen Norden - Piura

Nun befinde ich mich genau seit einer Woche in Piura und arbeite im Projekt CANAT. Wie ich bereits erwähnte lernte ich kurz nach der Ankunft "Manitos Trabajando" (Arbeitende Händchen) kennen. Mittlerweile war ich auch schon zweimal bei "Manitos Jugando" (Spielende Händchen). Dieser Teil des Projekts wird oft auch nur als "Ludoteca" bezeichnet und findet immer nachmittags in den Stadtteilen Los Ángeles oder La Castilla statt. Anders als bei "Manitos Trabajando" geht es dort nicht um schulische Betreuung, sondern um die spielerische Freizeitgestaltung der Kinder. Es wird gesungen, getanzt und gespielt. Dabei geht es immer ein wenig chaotisch zu, weil sehr viele Kinder kommen und jedes seine eigenen Bedürfnisse hat. Am Anfang und am Ende will jedes Kind dich mit einem Schmatzer auf die Wange verabschieden. Zwischendurch wollen die Kinder getragen werden oder klammern sich an deinem Arm fest. Die Kinder sind außerdem auch sehr gegensätzlich die Einen sind sehr schüchtern und ruhig und die Anderen sind laut und wild.
Im Gegensatz dazu läuft die eigentliche Organisation bei CANAT sehr genau und nach einem festen Plan ab. In Zusammenkünften treffen sich immer montags bzw. donnerstags die Koordinatoren und Leiter der einzelnen Einrichtungen um den Plan für die nächste Woche zu besprechen und die vergangenen Aktivitäten auszuwerten. Bei "Manitos Jugando" wurden alle Freiwilligen - insgesamt fünf - ebenfalls herzlich eingeladen Ideen für neue Spiele und Lieder vorzutragen. Außerdem gibt es bei beiden Einrichtungen immer ein großes Thema für den Monat bei "Manitos Trabajando" ist dies "Derecho a la Identidad y  a la Participación" (Recht auf Identität und Teilnahme) und bei "Manitos Jugando" dreht sich alles um "Compartir y Cooperar" (Teilen und Zusammenarbeiten). So mussten alle Kinder von "Manitos Trabajando" zu Hause in Erfahrung bringen ob sie ein Ausweisdokument haben und krankenversichert sind. In meiner Klasse fehlte fünf von fünfzehn Kindern das Ausweisdokument, weil sie es verloren haben. Zum Glück wird CANAT ihnen bei der Neuerstellung behilflich sein.
Von Arbeitstag zu Arbeitstag bekomme ich auch immer mehr Aufgaben übertragen. Gestern sollte ich mit vier Kindern aus meiner Klasse von "Manitos Trabajando", in der die sieben- bis zehnjährigen lernen, allein Übungen zum Schreiben von "Da De Di Do Du" betreuen. Außerdem durfte ich bei "Manitos Jugando" ein Spiel anleiten.
Von einem Projekt, das ich jeden Samstag regelmäßig besuchen werde, habe ich noch nichts erzählt. Es ist auch eine "Ludoteca" allerdings nicht in Piura, sondern im eine Autostunde entfernten La Tortuga. Das Dorf befindet sich an der Pazifikküste und fast alle Einwohner leben vom Fischfang. Ab und zu wird nicht nur mit den Kindern gespielt. Dann werden sie außerdem noch zu einem Ausflug an den Strand eingeladen. Mein erstes Mal dort war glücklicherweise ein solcher Strandtag. Der Pazifik ist einfach unglaublich schön und wild. Mit den Kindern zusammen haben wir kleine Meeresschnecken im Meer gesucht und Fische gefangen. Die Kinder zeigten uns auch gleich wie die Fische und die Muscheln zu essen sind. Auf diese Weise wurde ich dann dazu animiert rohe Meeresschnecken und Fisch zu kosten. Es hat nicht schlecht geschmeckt, dennoch bevorzuge ich die  zubereiteten Schnecken und Fische. So z.B. das peruanische Nationalgericht "Ceviche": roher Fisch mit Limettensaft, Chili und Zwiebeln.
In unsere Freizeit hatten meine WG-Bewohner und ich in letzter Zeit überwiegend mit dem Säubern, Einrichten und Organisieren unser Wohnung zu schaffen. So lernte ich mit der Hand Wäsche zu waschen und Gasflaschen per Telefon zu bestellen (nach dem dritten Anruf kam das Gas dann endlich). Es blieb dann aber doch noch Zeit sich mit ein paar Jungs von der Rugbymannschaft zu treffen oder wie gestern mit ihnen zu einem Konzert zu gehen. Diese enge Freundschaft wurde durch die vorherigen Freiwilligen von CANAT geknüpft. Die Truppe ist supernett und lustig.

Ich hoffe ihr habt euch bis unten durchgekämpft?! Bis nächste Woche Donnerstag!