Donnerstag, 2. Oktober 2014

Von Müll, Sternenhimmel und schreienden Kindern

Ich bin gerade erschrocken wie schnell eine Woche vergehen kann und wie viele unterschiedliche Erlebnisse sich in diesem Zeitraum schon wieder ereignet haben.

Am Freitag Nachmittag wurden diesmal auch bei Manitos Jugando die Eltern in die Ludoteca eingladen. Alles stand unter dem Titel "Cuidar nuestro barrio". Erst wurde den Kindern und Eltern ein kleines Theaterstück vorgeführt, als Einleitung ins Thema. Dann hat jedes Kind einen Samen in einem mit Watte gefüllten Plastebecher bekommen. Diesen sollen sie pflegen bis eine Pflanze entsteht. Schlussendlich sind wir auf Müllsuche auf dem Spielfeld der Kinder gegangen. Suchen mussten wir nicht wirklich, die zehn großen Plastesäcke waren schnell gefüllt. Im Wüstensand von Piura liegt einfach überall unendlich viel Plastemüll verstreut. Am schlimmsten ist die Situation auf und den Markt, da dort einfach nichts der Erdanziehungskraft wiederstehen kann.  In diesem Sinne ist es, denke ich sehr wichtig dieses Thema gegenüber den Kindern und Eltern aufzugreifen. Vielleicht beginnen sie so sich mehr um ihr Wohnviertel zu sorgen und es zu pflegen.

Am Samstag waren wir, wie üblich, alle in der Ludoteca von La Tortuga. Diesmal jedoch voll bepackt mit Essen, Holzscheiten, Schlafsäcken und warmer Kleidung. Wir erfüllten uns endlich den Wunsch unter Sternenhimmel, mit dem Meeresrauschen im Ohr am Playa Roja zu schlafen. Die Sterne und sogar die Michstraße leuchteten klar vom Himmel und das Lagerfeurer wärmte uns. Es bleibt ein traumhaftes Erlebnis für mich, auch wenn ich am nächsten Morgen mit Vogelschiss auf meinem Schlafsack aufwachte. Die Rückfahrt von La Tortuga stellte sich allerdings am Anfang als schwierig heraus. Wir liefen alle gut gelaunt zur Combi-Station und setzten uns zum Warten. Aus einer viertel Stunde wurde ein halbe. Als ich nach einer dreiviertel Stunde schon fast auf meinem Rucksack eingeschlafen war, sprangen plötzlich alle auf und rannten und erkämpften sich ihren Platz im Bus. Wir waren sprachlos, denn es blieb natürlich kein Platz für uns. Nach einer erneuten dreiviertel Stunde kam dann der nächste Combi. Gut, dass wir diesmal auf einen Sprint eingestellt waren, sonst hätten wir wahrscheinlich für immer in La Tortuga bleiben müssen. Vom Warten genervt und erschöpft ließ ich mich mit 19 anderen Personen in einem Combi (größe eines VW - Van) bis Paita durchschütteln.

Seit Dienstag habe ich dann wieder jeden Tag mit einigen Kindern aus Carolas Klasse schreibend, lesend und rechnend verbracht. Diese Woche waren die Kinder insgesamt sehr unkonzentriert, unruhig und laut, sodass ich jeden Tag erschöpft zu Hause auf mein Bett gefallen bin. So auch heute. Also nehmt es mir nicht übel, aber ich ziehe mein Bett gerade dem Computer vor.

Bis nächsten Donnerstag!

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