In der letzten Woche herrschte bei Manitos Trabajando große Aufregung. Seit Dienstag war bekannt, dass die Kinder bis zur nächsten Woche rund 200 Briefe schreiben müssen, pro Kind rund 3. Die Idee, die hinter dieser ganzen stressigen Aktion steht, ist sehr schön. Es handelt sich um Briefe für die spanische Schule Pedro Gumiel in Madrid. Aber nicht nur unsere Kinder müssen Briefe nach Spanien schreiben, sondern auch diese schreiben ihre Briefe nach Piura. Es wurden also für jedes Kind von Manitos Trabajando ungefähr drei Brieffreundschaften organisiert.
Nun weiß ich nicht an wem es schließlich lag, dass die Information über den Austausch erst so spät bei Manitos Trabajando ankam. Denn während wir uns abmühen alle Briefe lesbar und ordentlich geschrieben zu bekommen, waren die spanischen Briefe schon beim Zoll in Lima und am Donnerstag dann in Piura. Jeden Nachmittag unterstützte ich mit Carola die Kinder beim Schreiben. Allerdings ist die Zeit für die Briefe nach dem neuen Stundenplan sehr kurz. Die Kinder haben erst eineinhalb Stunden Sport- bzw. Kunstunterricht und dann erledigen sie erst einmal ihre Hausaufgaben. Sodass am Ende rund eine Stunde für die Briefe bleibt. Gerade die jüngeren Kinder aus meiner Klasse brauchen noch viel Hilfe, weil sie noch nicht schreiben können oder auch nicht wissen was in einen Brief geschrieben wird. Dann muss auch die Rechtschreibung geprüft werden (z.B. die Unterscheidung von v und b fällt vielen sehr schwer) und zum Schluss sollte die Karte auch lesbar sein. Unter diesen ganzen Anforderungen schafften wir bis Freitag allerdings nur die Hälfte der Karten.
Die Motivation der Kinder wurde, glaube ich, am Donnerstag gesteigert. Die Aufregung war riesig als verkündet wurde, dass die spanischen Briefe doch schon schneller als erwartet ankamen. Für die Briefumschläge ließen sich die Spanier eine umweltfreundliche Lösung einfallen: Sie falteten sie aus Zeitschriftenpapier. Als der Moment des Öffnen kam waren alle sehr nervös. Bei den Kindern, die neben mir saßen konnte ich ein bisschen mitlesen, was die Spanier so schrieben. Viele beschrieben ihren Tagesablauf, Fußball, ihre Hobbys und ihre Wohnorte. Einige Sachen, die in den Briefen geschrieben wurden, riefen allerdings Fragezeichen in den Köpfen der Kinder hervor: Play Station und viele typischen spanischen Ausdrücke wie deberes statt tarea (Hausaufgabe) oder vosotros statt ustedes (ihr). Trotz allem ist der Briefaustausch meiner Meinung nach ein voller Erfolg, denn einen Brief zu schreiben und dann eine Antwort zu erhalten, ist für die Kinder etwas besonderes.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen